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Dr. NüchelDermatologie & Allergologie

Hautkrebsvorsorge & Hautcheck

Die Vorsorgeuntersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs: Ganzkörper-Inspektion und computergestütztes Muttermal-Mapping (FotoFinder®), bei Bedarf ergänzt um 20-MHz-Ultraschall und Impedanzspektroskopie (Nevisense®).

Überblick

Wird Hautkrebs früh erkannt, ist er in vielen Fällen gut behandelbar und heilbar. Entscheidend sind dafür regelmäßige Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen, in der Regel einmal im Jahr. Uns liegen sie besonders am Herzen. Wurde bereits ein Hautkrebs festgestellt, sind neben der Behandlung regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig.

Beim Hautcheck untersuchen wir die gesamte Haut systematisch, auch an schwer einsehbaren Stellen, und legen bei Bedarf mit dem FotoFinder®-System einen Muttermalatlas an, der Veränderungen über die Zeit objektiv vergleichbar macht. Bleibt ein Befund unklar, ergänzen der hochauflösende 20-MHz-Ultraschall und die elektrische Impedanzspektroskopie (Nevisense®) die Beurteilung; beide Verfahren beschreiben wir auf eigenen Seiten.

Welche drei Hauptformen von Hautkrebs es gibt und welche Faktoren das Risiko erhöhen, erklärt die Übersichtsseite Hautkrebs. Der wirksamste Schutz bleibt die Vorbeugung, besonders bei Kindern; die zehn Sonnenregeln stehen auf einer eigenen Seite, ebenso die Selbstkontrolle der Haut mit der ABCDE-Regel.

Anwendungsgebiete

  • Jährliche Hautkrebsvorsorge im Erwachsenenalter, bei erhöhtem Risiko ggf. häufiger
  • Viele oder auffällige Pigmentmale (Muttermale)
  • Hautkrebsfälle in der eigenen Familie
  • Heller Hauttyp, häufige Sonnenbrände in der Vorgeschichte, intensive UV- oder Solariumnutzung
  • Neue, wachsende oder sich verändernde Hautveränderungen
  • Verlaufskontrolle bekannter Muttermale (Muttermalatlas)
  • Nachsorge nach bereits behandeltem Hautkrebs

Ablauf

  1. Anamnese und Ganzkörper-Inspektion

    Zunächst besprechen wir Ihre Vorgeschichte und mögliche Risikofaktoren. Anschließend untersuchen wir die gesamte Haut systematisch, auch an schwer einsehbaren Stellen.

  2. Computergestütztes Muttermal-Mapping (FotoFinder®)

    Mit dem auf digitaler Auflichtmikroskopie (Epilumineszenz) basierenden FotoFinder®-System legen wir bei Bedarf einen Muttermalatlas des gesamten Körpers an. Die medicam 1000s liefert Mikrobilder mit bis zu 400-facher Vergrößerung; der Moleanalyzer pro® stellt Farbe, Ränder, Symmetrie und Struktur dar und unterstützt die Bewertung mit einer an den Universitäten Tübingen und Heidelberg entwickelten künstlichen Intelligenz. So lassen sich auffällige Veränderungen früh erkennen und Verläufe objektiv vergleichen.

  3. Bei Bedarf: 20-MHz-Ultraschall

    Bleibt eine Veränderung unklar oder steht eine Operation an, ergänzt die hochauflösende, nichtinvasive 20-MHz-Sonographie die Beurteilung, etwa zur Messung der Tumordicke; Einzelheiten finden Sie auf der Seite zum 20-MHz-Ultraschall.

  4. Bei Bedarf: Impedanzspektroskopie (Nevisense®)

    Bleibt bei einem Muttermal Unsicherheit, kann die nahezu schmerzfreie und unblutige elektrische Impedanzspektroskopie (Nevisense®) eine objektive Zusatzinformation liefern; wie die Messung funktioniert und was der Wert auf der Skala von 0 bis 10 bedeutet, lesen Sie auf der Seite zur Impedanzspektroskopie.

  5. Befundbesprechung und Empfehlung

    Aus der Kombination der Verfahren leiten wir gemeinsam mit Ihnen die nächsten Schritte ab: von der reinen Verlaufskontrolle bis zur empfohlenen Entfernung mit feingeweblicher Untersuchung. Ziel ist eine möglichst zuverlässige Einschätzung bei möglichst wenigen unnötigen Eingriffen.

Weiterführende Seiten

Was Sie erwartet

  • Alle genannten Untersuchungen sind nichtinvasiv und in aller Regel schmerzarm.
  • Der angelegte Muttermalatlas erlaubt bei Folgeterminen einen objektiven Vergleich über die Zeit.
  • Die Impedanzspektroskopie (Nevisense®) liefert ihr Ergebnis in der Regel innerhalb von etwa 10 Minuten und ist auch in der Schwangerschaft und bei dunkleren Hauttypen anwendbar; Einzelheiten auf der Seite zur Impedanzspektroskopie.
  • Empfohlener Rhythmus in der Regel einmal jährlich, bei erhöhtem Risiko oder nach einem Hautkrebs ggf. in kürzeren Abständen.
  • Das gesetzliche Hautkrebs-Screening übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel ab 35 Jahren alle zwei Jahre. Die ergänzenden Verfahren (FotoFinder®-Mapping, hochauflösender Ultraschall, Nevisense®) sind in der Regel Selbstzahler- bzw. IGeL-Leistungen; den Rahmen besprechen wir vorab mit Ihnen.

Risiken & Hinweise

  • Die Vorsorgeuntersuchungen selbst sind nichtinvasiv und ohne nennenswerte Risiken.
  • Kein Diagnoseverfahren bietet eine 100-prozentige Sicherheit. Deshalb kombinieren wir mehrere Methoden und empfehlen regelmäßige Kontrollen.
  • Ergibt sich ein auffälliger Befund, kann eine operative Entfernung mit anschließender feingeweblicher (histologischer) Untersuchung notwendig sein, um eine sichere Diagnose zu stellen.
  • Die Selbstkontrolle zu Hause (ABCDE-Regel) ist eine sinnvolle Ergänzung, ersetzt aber nicht die ärztliche Untersuchung.
  • Die computer- bzw. KI-gestützte Auswertung dient ausschließlich der ärztlichen Entscheidungsunterstützung und ersetzt nicht die ärztliche Beurteilung.

Vorbeugung und Selbstkontrolle

Beides ergänzt die Vorsorgeuntersuchung und ist ausführlich auf eigenen Seiten beschrieben:

  • Sonnenregeln: Zehn Regeln zum Umgang mit der Sonne, von der Vermeidung jeder Hautrötung über textilen Lichtschutz und Sonnenschutzmittel ab LSF 30 bis zur Sonnenbrille, stehen auf der Seite Sonnenregeln.
  • Selbstkontrolle: Mit der ABCDE-Regel (Asymmetrie, Begrenzung, Color, Durchmesser, Entwicklung) behalten Sie Ihre Pigmentmale zwischen den Terminen selbst im Blick; die Anleitung Schritt für Schritt steht auf der Seite Selbstkontrolle der Haut.
  • Zeitnah vorstellen sollten Sie sich unabhängig vom Vorsorgerhythmus, wenn eine Hautveränderung blutet, juckt, eine raue, sandpapierartige Oberfläche bekommt, sich neu verfärbt oder rasch Größe, Form oder Farbe ändert.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich zur Hautkrebsvorsorge?
In der Regel einmal jährlich. Bei erhöhtem Risiko können kürzere Abstände sinnvoll sein, etwa bei vielen Muttermalen, hellem Hauttyp, Hautkrebs in der Familie oder nach einer bereits behandelten Hautkrebserkrankung. Den passenden Rhythmus legen wir mit Ihnen fest.
Was übernimmt die Krankenkasse, was ist eine IGeL-Leistung?
Das gesetzliche Hautkrebs-Screening übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel ab 35 Jahren alle zwei Jahre. Die ergänzenden Verfahren, also das FotoFinder®-Mapping, der 20-MHz-Ultraschall und die Impedanzspektroskopie (Nevisense®), sind in der Regel Selbstzahler- bzw. IGeL-Leistungen. Welche davon in Ihrem Fall sinnvoll sind und welcher Rahmen gilt, besprechen wir vorab mit Ihnen.
Ist die Untersuchung schmerzhaft?
Nein. Die Inspektion, das Muttermal-Mapping (FotoFinder®), der 20-MHz-Ultraschall und die Impedanzspektroskopie (Nevisense®) sind allesamt nichtinvasiv und in aller Regel schmerzarm. Bei Nevisense® spüren Sie lediglich den Kontakt des Sensors auf der Haut.
Was bringen FotoFinder® und Nevisense® gegenüber der bloßen Betrachtung?
Sie liefern objektive Zusatzinformationen: hohe Vergrößerung, KI-gestützte Bewertung und beim Verlauf einen exakten Vergleich über die Zeit. Das hilft, auffällige Veränderungen früh zu erkennen und zugleich unnötige Operationen zu vermeiden.
Was ist die ABCDE-Regel?
Eine Merkhilfe zur Selbstkontrolle von Muttermalen (Asymmetrie, Begrenzung, Color, Durchmesser, Entwicklung), die die ärztliche Vorsorge ergänzt, aber nicht ersetzt; die vollständige Anleitung finden Sie auf der Seite Selbstkontrolle der Haut.
Ist die Vorsorge auch in der Schwangerschaft oder bei dunkler Haut möglich?
Ja. Die Verfahren sind dafür geeignet; die Impedanzspektroskopie (Nevisense®) lässt sich ausdrücklich auch in der Schwangerschaft und bei dunkleren Hauttypen anwenden. Mehr dazu auf der Seite zur Impedanzspektroskopie.