Selbstkontrolle der Haut
Mit der ABCDE-Regel können Sie Ihre Pigmentmale zwischen den Vorsorgeterminen selbst im Blick behalten. Die Selbstkontrolle ergänzt die hautärztliche Untersuchung, sie ersetzt sie nicht.
Überblick
Wird Hautkrebs früh erkannt, ist er in vielen Fällen gut behandelbar. Neben der regelmäßigen ärztlichen Vorsorge können Sie selbst dazu beitragen, indem Sie Ihre Haut in festen Abständen ansehen und auf Veränderungen achten. Wer die eigene Haut kennt, bemerkt eher, wenn ein Muttermal neu ist oder anders aussieht als bisher.
Als Merkhilfe für die Beurteilung von Pigmentmalen dient die ABCDE-Regel: Asymmetrie, Begrenzung, Color (Farbe), Durchmesser und Entwicklung. Auf das fünfte Kriterium kommt es besonders an. Ein Muttermal, das sich verändert, verdient ärztliche Aufmerksamkeit, auch wenn die übrigen Merkmale unauffällig wirken.
Wichtig ist die Grenze: Die Selbstkontrolle ersetzt die hautärztliche Untersuchung nicht. Sie hilft Ihnen, Auffälligkeiten zwischen den Terminen zu bemerken und rechtzeitig einen Termin zu vereinbaren. Ob eine Veränderung harmlos ist oder abgeklärt werden muss, entscheidet sich in der Untersuchung, bei Bedarf mit Auflichtmikroskopie und den weiteren Verfahren der Hautkrebsvorsorge.
Anwendungsgebiete
- Alle Erwachsenen, ergänzend zur jährlichen Hautkrebsvorsorge
- Menschen mit vielen Pigmentmalen (Muttermalen)
- Hautkrebsfälle in der eigenen Familie
- Häufige Sonnenbrände in der Vorgeschichte, heller Hauttyp, intensive UV- oder Solariumnutzung
- Nach einem bereits behandelten Hautkrebs, zwischen den Nachsorgeterminen
- Ein Muttermal, das Ihnen neu vorkommt oder anders aussieht als früher
Ablauf
Gute Bedingungen schaffen
Nehmen Sie sich Zeit, wenn Sie ungestört sind, zum Beispiel nach dem Duschen. Sie brauchen Tageslicht oder eine helle Lampe, einen großen Spiegel und einen Handspiegel für den Rücken und die Rückseite der Beine. Für Kopfhaut und Rücken ist die Hilfe einer vertrauten Person nützlich.
Von Kopf bis Fuß in fester Reihenfolge
Gehen Sie immer in derselben Reihenfolge vor, damit keine Region ausgelassen wird: Gesicht, Ohren, Hals und Kopfhaut, dann Brust und Bauch, die Arme mit Achseln, Händen und Fingern, anschließend im Spiegel Rücken, Gesäß und die Rückseite der Beine, zuletzt Beine, Füße, Fußsohlen und Zehenzwischenräume.
Die Sonnenterrassen besonders beachten
Einige Stellen sind der Sonne besonders stark ausgesetzt, die sogenannten Sonnenterrassen: Nasenrücken, Augenpartie, Ohren, Lippen, Kinn, Schultern, Rücken, Gesäß, Fußrücken und, bei Glatzenbildung, die Kopfhaut. Sehen Sie sich diese Regionen mit besonderer Sorgfalt an.
Jedes Pigmentmal nach der ABCDE-Regel beurteilen
Achten Sie bei jedem Mal auf Form, Rand, Farbe und Größe und vergleichen Sie mit dem, was Sie von früheren Kontrollen kennen. Ein Muttermal, das aus der Reihe fällt, weil es anders aussieht als alle übrigen, verdient einen zweiten Blick.
Veränderungen festhalten
Notieren Sie, was Ihnen aufgefallen ist, oder fotografieren Sie die Stelle mit einem Größenvergleich, etwa einem Lineal daneben. So lässt sich beim nächsten Mal und in der Praxis nachvollziehen, ob sich etwas verändert hat.
Bei Auffälligkeiten einen Termin vereinbaren
Zeigt ein Mal eines oder mehrere ABCDE-Merkmale, blutet es, juckt es oder fühlt es sich rau an, vereinbaren Sie bitte zeitnah einen Termin. Warten Sie damit nicht auf die nächste Routinevorsorge.
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Was Sie erwartet
- Die Selbstkontrolle sollte regelmäßig in festen Abständen erfolgen, unabhängig davon, ob Ihnen zuletzt etwas aufgefallen ist. So haben Sie einen Vergleich, wenn sich ein Mal verändert.
- Die meisten Pigmentmale sind harmlos. Die Selbstkontrolle soll Sie nicht beunruhigen, sondern Ihnen helfen, Veränderungen rechtzeitig zu bemerken.
- Mit jeder Kontrolle lernen Sie Ihre Haut besser kennen. Ein neues oder verändertes Mal fällt dann leichter auf.
- Bringen Sie Notizen oder Fotos zum Vorsorgetermin mit. In der Praxis kann ein Muttermalatlas mit dem FotoFinder®-System den Vergleich über die Zeit ergänzen.
- Die jährliche Hautkrebsvorsorge bleibt der feste Termin; bei erhöhtem Risiko oder nach einem Hautkrebs können kürzere Abstände sinnvoll sein. Die Selbstkontrolle kommt hinzu.
Risiken & Hinweise
- Manche Veränderungen sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen, und nicht jeder Hautkrebs zeigt die ABCDE-Merkmale: Die Regel ist auf die Früherkennung des malignen Melanoms zugeschnitten, heller Hautkrebs kann anders aussehen.
- Ein einzelnes ABCDE-Merkmal bedeutet nicht, dass Hautkrebs vorliegt. Viele Muttermale sind von Natur aus etwas unregelmäßig geformt oder gefärbt. Die Einordnung erfolgt in der Untersuchung, bei Bedarf mit Auflichtmikroskopie und den weiteren Verfahren der Hautkrebsvorsorge.
- Bitte behandeln oder entfernen Sie auffällige Hautveränderungen nicht selbst, auch nicht mit frei verkäuflichen Mitteln. Das erschwert die Beurteilung und eine feingewebliche Untersuchung.
- Wenn Sie unsicher sind, kommen Sie lieber einmal zu oft als einmal zu selten. Eine Vorstellung in der Praxis ist auch dann sinnvoll, wenn sich herausstellt, dass alles in Ordnung ist.
Die ABCDE-Regel
Beurteilen Sie jedes Pigmentmal nach diesen fünf Merkmalen:
- A – Asymmetrie: Das Muttermal hat eine unregelmäßige Form.
- B – Begrenzung: Die Ränder sind unscharf oder wirken wie ausgelaufen.
- C – Color (Farbe): Unregelmäßige Färbung mit hellen und dunklen, teils tiefschwarzen Tönen.
- D – Durchmesser: Das Muttermal ist größer als 6 mm.
- E – Entwicklung: Das Muttermal verändert sich über die Zeit (Größe, Form, Farbe, Erhabenheit) oder beginnt zu jucken oder zu bluten.
Wann Sie zeitnah einen Termin vereinbaren sollten
Lassen Sie folgende Veränderungen rasch ärztlich abklären:
- Blutungen einer Hautveränderung
- Juckreiz
- raue, sandpapierartige Oberfläche
- neue oder zunehmende örtliche Verfärbungen
- rasche Veränderung von Größe, Form oder Farbe
Stellen, die leicht übersehen werden
Diese Regionen geraten bei der Selbstkontrolle leicht aus dem Blick. Beziehen Sie sie bitte bewusst ein:
- Kopfhaut, Scheitel für Scheitel mit Kamm oder Föhn
- hinter den Ohren und in den Ohrmuscheln
- Nacken und Rücken, mit Handspiegel oder Hilfe
- Achselhöhlen
- Gesäß und Rückseite der Oberschenkel
- Handflächen und Fußsohlen
- Finger- und Zehenzwischenräume
- Finger- und Fußnägel
- Genital- und Analregion
Häufige Fragen
- Wie oft sollte ich meine Haut selbst kontrollieren?
- Regelmäßig und in festen Abständen, damit Sie Veränderungen im Vergleich bemerken. [PLATZHALTER: Empfohlenen Abstand der Selbstkontrolle bestätigen; die alte Website nennt keinen.] Die jährliche hautärztliche Vorsorge kommt hinzu.
- Was bedeutet das E in der ABCDE-Regel?
- E steht für Entwicklung, also für Veränderung über die Zeit: Ein Muttermal wird größer, ändert Form oder Farbe, wird erhaben oder beginnt zu jucken oder zu bluten. Auf dieses Kriterium kommt es besonders an, weil es auch Male erfasst, die nach A bis D unauffällig wirken.
- Ein Muttermal erfüllt eines der Kriterien. Habe ich Hautkrebs?
- Nicht zwangsläufig. Viele harmlose Muttermale sind etwas unregelmäßig geformt oder gefärbt. Die Regel hilft, Male herauszufinden, die ärztlich angesehen werden sollten. Die Einordnung erfolgt in der Praxis, bei Bedarf mit Auflichtmikroskopie, FotoFinder® oder Nevisense®. Vereinbaren Sie einen Termin, dann sehen wir es uns an.
- Kann ich auf die ärztliche Vorsorge verzichten, wenn ich mich regelmäßig selbst untersuche?
- Nein. Die Selbstkontrolle ersetzt die Untersuchung nicht. Rücken und Kopfhaut sind allein schwer zu beurteilen, und die Auflichtmikroskopie zeigt Strukturen, die mit bloßem Auge nicht erkennbar sind. Auch Hautkrebsformen ohne die typischen ABCDE-Merkmale fallen eher in der Untersuchung auf.
- Wie kann ich mir merken, wie ein Muttermal vorher aussah?
- Fotografieren Sie auffällige Male mit einem Größenvergleich, etwa einem Lineal, und notieren Sie das Datum. Gehen Sie bei jeder Kontrolle in derselben Reihenfolge vor. In der Praxis kann zusätzlich ein Muttermalatlas mit dem FotoFinder®-System angelegt werden, der den Vergleich über die Zeit erlaubt.