20-MHz-Ultraschall (Hautsonographie)
Hochauflösende Sonographie der Haut: nichtinvasiv und bildgebend. Vor einer Operation setzen wir sie ein, um die Eindringtiefe eines Tumors zu bestimmen.
Überblick
Die 20-MHz-Sonographie ist ein bildgebendes, nichtinvasives Diagnostikverfahren. Sie stellt die Haut und die Hautanhangsgebilde, also Haare, Nägel sowie Talg- und Schweißdrüsen, detailliert dar. Mit einer Auflösung von etwa 80 µm axial und 200 µm lateral, das sind Bruchteile eines Millimeters, lassen sich auch feine Strukturen in und unter der Haut beurteilen.
Viele Hauterkrankungen, darunter Tumoren und Entzündungen, zeigen im hochauflösenden Ultraschall typische Bilder. Die Untersuchung liefert damit zusätzliche Informationen, die die Unterscheidung verschiedener Hautveränderungen unterstützen. Sie ergänzt die Betrachtung mit dem bloßen Auge und die Auflichtmikroskopie, ersetzt sie aber nicht.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Zeit vor einer Operation: Bei einem Hauttumor messen wir mit dem Ultraschall die Eindringtiefe, also die Dicke des Tumors. Von diesem Wert hängt ab, wie der Eingriff geplant wird und welche weiteren Schritte sinnvoll sind. In unserer Praxis gehört die 20-MHz-Sonographie deshalb zur Hautkrebsvorsorge.
Anwendungsgebiete
- Messung der Tumordicke (Eindringtiefe) vor einer geplanten Operation
- Beurteilung unklarer Hautveränderungen als Ergänzung zu Inspektion und Auflichtmikroskopie
- Unterscheidung zwischen tumorösen und entzündlichen Hautveränderungen
- Beurteilung von Strukturen in und unter der Haut, die von außen nicht einzuschätzen sind
- Ergänzung zur Hautkrebsvorsorge
Ablauf
Fragestellung klären
Zu Beginn besprechen wir, was der Ultraschall klären soll: die Dicke eines Tumors vor der Operation oder die Einordnung einer unklaren Hautveränderung. Die Untersuchung schließt meist an die Inspektion und die Auflichtmikroskopie an.
Untersuchung mit dem Schallkopf
Auf die betreffende Hautstelle kommt etwas Kontaktgel, dann wird der Schallkopf aufgesetzt. Das Bild entsteht in Echtzeit am Monitor. Die Untersuchung ist nichtinvasiv, die Haut bleibt unverletzt.
Ausmessen und Beurteilen
Am Bild messen wir die Eindringtiefe einer Veränderung aus und beurteilen ihre Abgrenzung zum umgebenden Gewebe. Tumoren und Entzündungen zeigen dabei typische Muster, die wir zusammen mit dem klinischen Bild einordnen.
Befundbesprechung
Wir besprechen das Ergebnis mit Ihnen und leiten daraus die nächsten Schritte ab, von der Verlaufskontrolle bis zur Planung eines Eingriffs. Steht eine Operation an, fließt die gemessene Tumordicke in deren Planung ein.
Weiterführende Seiten
Was Sie erwartet
- Die Untersuchung ist nichtinvasiv und in aller Regel schmerzarm; Sie spüren den Schallkopf und das kühle Gel auf der Haut.
- Ultraschall arbeitet mit Schallwellen und kommt ohne Röntgenstrahlung aus; die Untersuchung kann bei Bedarf wiederholt werden.
- Eine besondere Vorbereitung ist in der Regel nicht nötig.
- Das Bild entsteht während der Untersuchung; das Ergebnis besprechen wir mit Ihnen.
- Die 20-MHz-Sonographie wird meist mit Inspektion, Auflichtmikroskopie und weiteren Verfahren der Hautkrebsvorsorge kombiniert.
- Die 20-MHz-Sonographie ist in der Regel eine Selbstzahler- bzw. IGeL-Leistung; den Rahmen besprechen wir vorab mit Ihnen.
Risiken & Hinweise
- Die Untersuchung selbst ist nichtinvasiv und ohne nennenswerte Risiken.
- Kein Diagnoseverfahren bietet eine 100-prozentige Sicherheit. Der Ultraschall unterstützt die ärztliche Beurteilung, ersetzt sie aber nicht.
- Die im Ultraschall gemessene Tumordicke ist eine Einschätzung vor dem Eingriff. Verbindlich bestimmt wird sie feingeweblich (histologisch) am entfernten Gewebe.
- Ergibt sich ein auffälliger Befund, kann eine operative Entfernung mit anschließender feingeweblicher Untersuchung notwendig sein, um eine sichere Diagnose zu stellen.
- Wie jedes bildgebende Verfahren hat auch der 20-MHz-Ultraschall Grenzen, etwa bei sehr tief liegenden Veränderungen; bei Bedarf ziehen wir weitere Untersuchungen hinzu.
Häufige Fragen
- Was zeigt der 20-MHz-Ultraschall?
- Die Haut in ihren Schichten, die Hautanhangsgebilde und Strukturen direkt unter der Haut. Tumoren und Entzündungen zeigen typische Bilder, und die Dicke einer Veränderung lässt sich ausmessen.
- Warum wird die Tumordicke vor einer Operation gemessen?
- Von der Eindringtiefe eines Tumors hängt ab, wie der Eingriff geplant wird und welche weiteren Schritte sinnvoll sind. Der Ultraschall liefert diesen Wert vor dem Eingriff; am entfernten Gewebe wird er feingeweblich überprüft.
- Ist die Untersuchung schmerzhaft?
- Nein. Sie ist nichtinvasiv und in aller Regel schmerzarm; Sie spüren lediglich den Schallkopf und das Gel auf der Haut.
- Ersetzt der Ultraschall die Gewebeprobe?
- Nein. Der Ultraschall hilft, eine Veränderung einzuordnen und einen Eingriff zu planen. Ob sie gut- oder bösartig ist, klärt bei Bedarf weiterhin die feingewebliche Untersuchung.
- Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
- Der 20-MHz-Ultraschall gehört in der Regel zu den Selbstzahler- bzw. IGeL-Leistungen. Was in Ihrem Fall medizinisch sinnvoll ist und welcher Rahmen gilt, besprechen wir vorab mit Ihnen.