Schuppenflechte (Psoriasis)
Einzelne Schuppenflechte-Herde lassen sich mit dem Excimer-Laser behandeln: monochromatisches UV-Licht der Wellenlänge 308 nm, das nur die erkrankte Haut trifft.
Überblick
Die Lichttherapie gehört bei der Schuppenflechte (Psoriasis) seit Jahren zu den etablierten Behandlungen. Üblich ist die Schmalspektrum-UVB-Bestrahlung mit monochromatischem Licht der Wellenlänge 311 nm, teilweise in Kombination mit Solebädern. Bestrahlt wird dabei der ganze Körper oder ein größerer Teil davon. Bis sich ein befriedigendes Hautbild einstellt, sind nicht selten mehr als 40 Bestrahlungen nötig, was eine hohe UV-Gesamtbelastung mit sich bringt (kumulative Gesamtdosis).
Der Excimer-Laser geht einen anderen Weg. Der gepulste XeCl-Laser gibt monochromatisches Licht der Wellenlänge 308 nm ab, also sehr nahe am Spektrum der etablierten 311-nm-Geräte. Bestrahlt wird aber ausschließlich der erkrankte Herd, die gesunde Haut ringsum bleibt ausgespart. Dadurch kann mit höheren, zielgenau abgegebenen Dosen begonnen und die Dosis punktuell rascher gesteigert werden: Die effektive Lichtgesamtdosis in der Schuppenflechten-Plaque liegt etwa 40 Prozent höher als bei einer Schmalband-UVB-Ganzkörperbestrahlung, bei zugleich deutlich geringerer Strahlenbelastung für den übrigen Körper. Die Wirksamkeit des Verfahrens ist in zahlreichen Studien belegt.
In unserer Praxis kommt dafür ein gepulster XeCl-Excimer-Laser mit 308 nm zum Einsatz [PLATZHALTER: Gerätemodell bestätigen]. Wegen des kleinen Behandlungsfeldes eignet sich das Verfahren vor allem für einzelne, kleinflächige Herde und für Regionen, die einer Ganzkörperbestrahlung schwer zugänglich sind.
Anwendungsgebiete
- Schuppenflechte (Psoriasis) in umschriebenen, kleinflächigen Herden
- Hartnäckige Plaques, die auf äußerliche Behandlungen nur wenig ansprechen
- Herde an Kopfhaut, in Achselhöhlen, Leisten und Analregion, die bei einer UVB-Ganzkörperbestrahlung kaum erreicht werden
Ablauf
Untersuchung und Beurteilung der Herde
Zunächst sehen wir uns Zahl, Größe und Lage der Herde an und besprechen Ihre bisherigen Behandlungen. Daraus ergibt sich, ob eine punktuelle Bestrahlung sinnvoll ist oder ob eine andere Form der Lichttherapie besser passt.
Punktgenaue Bestrahlung mit 308 nm
Das Behandlungsfeld ist mit etwa 4 cm² klein. Das Licht trifft daher nur die erkrankten Stellen, während die gesunde Haut ausgespart bleibt. So lassen sich auch Kopfhaut, Achselhöhlen, Leisten und Analregion behandeln.
Schrittweise Dosissteigerung
Weil das Licht zielgenau abgegeben wird, kann die Behandlung mit einer höheren Dosis beginnen und diese von Sitzung zu Sitzung rascher gesteigert werden. Die Dosis wird dabei ärztlich festgelegt und Ihrer Hautreaktion angepasst.
Erneute Behandlung frischer Herde
Treten nach der Abheilung wieder Herde auf, sind sie anfangs meist klein. Werden sie früh erneut bestrahlt, reichen in der Regel schon wenige Bestrahlungszyklen aus.
Was Sie erwartet
- Bei der Schuppenflechte reichen in der Regel 10 bis 15 Sitzungen aus, um die behandelten Flächen weitgehend abheilen zu lassen. Bei der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) sind es in der Regel 30 bis 50 Zyklen.
- Im Vergleich zu den herkömmlichen Bestrahlungsregimen sprechen die Hautveränderungen schneller an, und es sind weniger Bestrahlungszyklen nötig. Häufig lassen sich dabei begleitende Medikamente einsparen, äußerlich wie innerlich.
- Nach der Abheilung bleibt das Hautbild in den behandelten Arealen erfahrungsgemäß etwa 6 bis 12 Monate stabil.
- Auch hartnäckige Plaques zeigen erfahrungsgemäß eine gute Abheilungstendenz. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich jedoch nicht zusichern.
Risiken & Hinweise
- Im bestrahlten Areal wird nicht selten eine Entzündung ausgelöst, die einem Sonnenbrand ähnelt.
- Wie jede UV-Bestrahlung führt die Behandlung im behandelten Bereich zu einer vorübergehenden Pigmentvermehrung (Braunfärbung). Sie bildet sich nach Therapieende von selbst zurück.
- Die Schuppenflechte ist eine genetisch determinierte, also anlagebedingte Erkrankung. Auch mit dem Excimer-Laser ist sie nicht heilbar; behandelt werden die bestehenden Herde.
- Da es sich um eine UV-Behandlung handelt, kann eine zu hohe Dosis Blasen verursachen. Bei kumulativ hohen UV-Dosen ist, wie bei jeder UV-Therapie, ein langfristig leicht erhöhtes Hautkrebsrisiko nicht völlig auszuschließen. Die Dosis wird deshalb ärztlich gesteuert und begrenzt; Ihr individuelles Risiko besprechen wir mit Ihnen.
- Die Excimer-Laserbehandlung ist bisher keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Sie kann daher nicht über die Chipkarte abgerechnet werden, sondern wird nach der amtlichen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) als IGeL-Leistung (individuelle Gesundheitsleistung) in Rechnung gestellt. Private Kassen übernehmen die Kosten in der Regel vollständig.
Weitere Anwendungsgebiete des Excimer-Lasers
Die Bestrahlung mit 308 nm kommt nicht nur bei der Schuppenflechte in Betracht, sondern unter anderem auch bei:
- der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo)
- Neurodermitis
- Hautaufhellungen (Hypopigmentierungen) in Narbenarealen und nach einer Aknenarben-Laserbehandlung
- kreisrundem Haarausfall (Alopecia areata)
- Hautaufhellungen in Dehnungsstreifen (Striae cutis distensae)
- umschriebenen Ekzemen wie Lichen Vidal, atopischer Prurigo sowie Hand- und Fußekzemen
Zur Technik
- Der Excimer-Laser gibt sein Licht vollständig bei 308 nm ab. Bei Excimer-Blitzlampen bezeichnet die Angabe 308 nm dagegen das Emissionsmaximum; ihr Licht verteilt sich über ein breiteres Spektrum.
- Das kleine Behandlungsfeld von etwa 4 cm² erlaubt die punktuelle Behandlung kleinflächiger Areale und solcher Körperregionen, die dem UV-Licht sonst schwer zugänglich sind.
Häufige Fragen
- Wie viele Sitzungen sind nötig?
- Bei der Schuppenflechte reichen in der Regel 10 bis 15 Sitzungen aus, um die behandelten Flächen weitgehend abheilen zu lassen. Bei der Weißfleckenkrankheit (Vitiligo) sind es in der Regel 30 bis 50 Zyklen.
- Ist die Schuppenflechte damit heilbar?
- Nein. Die Schuppenflechte ist anlagebedingt und lässt sich auch mit dem Excimer-Laser nicht heilen. Behandelt werden die vorhandenen Herde; nach der Abheilung bleibt das Hautbild erfahrungsgemäß etwa 6 bis 12 Monate stabil. Treten neue Herde auf, ist eine frühzeitige erneute Bestrahlung sinnvoll.
- Worin unterscheidet sich die Behandlung von der UVB-Bestrahlung mit 311 nm?
- Bei der Schmalspektrum-UVB-Bestrahlung wird der ganze Körper oder ein größerer Teil davon bestrahlt. Der Excimer-Laser bestrahlt nur die erkrankten Herde. Dadurch ist die Lichtdosis in der Plaque höher, während der übrige Körper deutlich weniger UV-Strahlung erhält.
- Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
- Die Behandlung ist bisher keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Sie wird nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) als IGeL-Leistung abgerechnet. Private Kassen übernehmen die Kosten in der Regel vollständig. Den Rahmen für Ihren Fall klären wir vorab mit Ihnen.