Zum Inhalt springen
Bereich wählen
Dr. NüchelDermatologie & Allergologie

Verhaltensempfehlungen bei Allergien

Das Meiden des Auslösers (Allergenkarenz) ist die grundlegende Maßnahme bei einer Allergie. Hier finden Sie Empfehlungen für den Alltag bei Pollen-, Hausstaubmilben- und Schimmelpilzallergie.

Überblick

Ist der Auslöser einer Allergie bekannt, ist das Meiden dieses Allergens (Allergenkarenz) der erste Schritt. Eine Allergie ist eine überschießende Reaktion des Immunsystems auf einen bestimmten Stoff; je seltener der Körper mit diesem Stoff in Kontakt kommt, desto weniger Anlass gibt es für die Reaktion.

Wie oft es zu diesem Kontakt kommt, lässt sich zu Hause, im Garten und bei der Urlaubsplanung beeinflussen. Dazu möchten wir Ihnen einige Ratschläge und Empfehlungen geben.

Auf dieser Seite finden Sie die Empfehlungen für drei Auslöser: Pollen, Hausstaubmilben und Schimmelpilze. Sie gelten, wenn die Allergie nachgewiesen ist; wie wir den Auslöser bestimmen, lesen Sie auf der Seite zur Allergiediagnostik.

Anwendungsgebiete

  • Nachgewiesene Pollenallergie (Heuschnupfen)
  • Hausstaubmilbenallergie, etwa bei ganzjährigem allergischem Schnupfen
  • Schimmelpilzallergie
  • Ergänzend zur Hyposensibilisierung oder zur medikamentösen Behandlung
  • Nach der Allergiediagnostik, sobald der Auslöser feststeht

Ablauf

  1. Auslöser bestimmen

    Grundlage jeder Empfehlung ist die Allergiediagnostik: Anamnese, Hauttests und, falls nötig, eine Blutuntersuchung zeigen, worauf Ihr Immunsystem reagiert.

  2. Empfehlungen besprechen

    Im Anschluss an die Befundbesprechung gehen wir mit Ihnen durch, welche Maßnahmen zu Ihrem Auslöser und zu Ihrem Alltag passen: Schlafplatz und Wohnung, Garten, Ernährung oder die Planung des Urlaubs.

  3. Im Alltag umsetzen

    Vieles lässt sich sofort umsetzen, etwa das Lüften am Abend oder milbendichte Bettbezüge. Anderes, wie die Sanierung feuchter Wände oder der Wechsel von Bodenbelägen, braucht Zeit und Planung.

  4. Verlauf beurteilen

    Reicht das Meiden des Auslösers nicht aus, um die Beschwerden zu kontrollieren, kommen die weiteren Wege der Allergietherapie hinzu: die Hyposensibilisierung als ursächliche Behandlung und Medikamente, die die Symptome lindern.

Weiterführende Seiten

Was Sie erwartet

  • Die Empfehlungen setzen eine gesicherte Diagnose voraus; sie ersetzen keine Abklärung.
  • Vollständig meiden lassen sich manche Allergene nicht. Pollen und Schimmelpilzsporen sind in der Außenluft vorhanden; die Maßnahmen verringern den Kontakt, schließen ihn aber nicht aus.
  • Bei Pollen- und Schimmelpilzallergie können sich Aufenthalte im Hochgebirge oder in Küsten- und Inselregionen günstig auswirken (Klimatherapie).
  • Manche Maßnahmen betreffen die Wohnung und brauchen Vorlauf, etwa der Wechsel von Bodenbelägen oder die Sanierung feuchter Mauern.
  • Reicht die Karenz allein nicht aus, stehen die Hyposensibilisierung und die medikamentöse Behandlung zur Verfügung.

Risiken & Hinweise

  • Beschwerden können trotz aller Maßnahmen auftreten.
  • Verzichten Sie nicht auf Verdacht auf einzelne Lebensmittel oder ganze Lebensmittelgruppen. Ein Verzicht ist nur sinnvoll, wenn die Allergie nachgewiesen ist; lassen Sie den Verdacht vorher abklären.
  • Bei plötzlicher Atemnot, Kreislaufproblemen, Schwindel oder rasch zunehmender Schwellung wählen Sie sofort den Notruf 112.
  • Welche Maßnahmen in Ihrem Fall sinnvoll sind, besprechen wir persönlich mit Ihnen.

Empfehlungen bei Pollenallergie

Pollen fliegen je nach Pflanze zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr. Während der Flugzeit Ihres Allergens gilt:

  • Fenster morgens geschlossen halten und nur abends lüften.
  • Gartenarbeiten meiden.
  • Auf Kräutertees und Honigprodukte verzichten; hier sind Kreuzreaktionen möglich.
  • Den Urlaub genau planen, nach Zeitraum und Ort.

Empfehlungen bei Hausstaubmilbenallergie

Für Wohnung und Schlafplatz gilt:

  • Immer für ausreichende Frischluftzufuhr sorgen.
  • Die Luftfeuchtigkeit unter 50 % halten.
  • Abwischbare Fußböden bevorzugen.
  • Schaumstoffmatratzen und milbendichte Bettbezüge (Encasings) verwenden.
  • Klimaanlagen meiden.

Empfehlungen bei Schimmelpilzallergie

Schimmelpilze wachsen, wo es dauerhaft feucht ist. Darum:

  • Feuchte Wände und Mauern sanieren.
  • Keine Topfpflanzen aufstellen.
  • Auf geringe Luftfeuchtigkeit achten.

Bei Verdacht auf eine Allergie

Generell sollte jeder Verdacht auf eine Allergie abgeklärt werden, durch eine Ärztin oder einen Arzt mit Erfahrung in der Allergologie. Erst mit einer gesicherten Diagnose lassen sich die Empfehlungen sinnvoll auf Ihre Situation zuschneiden.

Häufige Fragen

Warum ist das Meiden des Auslösers so wichtig?
Weil eine Allergie eine Reaktion des Immunsystems auf einen bestimmten Stoff ist. Kommt dieser Stoff seltener mit dem Körper in Kontakt, gibt es weniger Anlass für die Reaktion. Das Meiden ist deshalb die grundlegende Maßnahme, vor oder neben jeder weiteren Behandlung.
Ich weiß nicht, wogegen ich allergisch bin. Helfen die Empfehlungen trotzdem?
Nur bedingt. Ohne gesicherten Auslöser besteht das Risiko, viel Aufwand in die falsche Richtung zu treiben oder unnötig auf etwas zu verzichten. Lassen Sie den Verdacht allergologisch abklären; danach lassen sich die passenden Maßnahmen auswählen.
Reicht das Meiden des Auslösers allein aus?
Nicht immer. Bei Pollen oder Schimmelpilzsporen ist ein vollständiges Meiden im Alltag kaum möglich. Bleiben Beschwerden bestehen, kommen die weiteren Wege der Allergietherapie hinzu: die Hyposensibilisierung und Medikamente zur Linderung der Symptome.
Was sind milbendichte Bettbezüge (Encasings)?
Bezüge für Matratze, Kissen und Decke aus einem Gewebe, das so dicht ist, dass Milben und ihre Allergene nicht hindurchgelangen. Sie werden unter der normalen Bettwäsche verwendet.
Warum keine Kräutertees und kein Honig bei Pollenallergie?
Weil bei einer Pollenallergie Kreuzreaktionen mit Lebensmitteln möglich sind, darunter bestimmte Kräutertees und Honig. Ob und in welchem Umfang ein Verzicht in Ihrem Fall nötig ist, hängt vom Auslöser ab und wird bei der Befundbesprechung geklärt.