UVA/UVB-Kombinationstherapie
Bei Neurodermitis und bestimmten Formen des Juckreizes setzen wir kombinierte UVA- und UVB-Bestrahlungen ein. Ein lichtsensibilisierender Wirkstoff wie bei der PUVA ist dafür nicht nötig.
Überblick
Bei der UVA/UVB-Kombinationstherapie wird die Haut mit beiden Anteilen des ultravioletten Lichts bestrahlt: mit dem kurzwelligen UVB und dem längerwelligen UVA. Diese Form der Phototherapie hat sich bei der Neurodermitis (atopischen Dermatitis) und bei bestimmten Formen des Juckreizes (Pruritus) bewährt. Von Vorteil ist dabei, dass sich beide UV-Spektren unabhängig voneinander dosieren lassen.
Von der reinen UVB-Therapie unterscheidet sich die Kombination durch den zusätzlichen UVA-Anteil, von der PUVA dadurch, dass kein lichtsensibilisierender Wirkstoff nötig ist. Ein Bad oder Eincremen vor der Bestrahlung entfällt damit ebenso wie die für die PUVA typische, mehrstündige Lichtempfindlichkeit danach.
Der Langzeiteffekt dieser Behandlungsform scheint günstig zu sein; wie lange eine erreichte Besserung anhält, ist jedoch individuell verschieden und lässt sich nicht zusichern. Wie bei jeder Phototherapie achten wir vor Beginn auf die Einnahme lichtsensibilisierender, insbesondere phototoxischer Medikamente. Ob die Kombination für Sie infrage kommt, legen wir nach ärztlicher Untersuchung fest.
Anwendungsgebiete
- Neurodermitis (atopische Dermatitis)
- Bestimmte Formen des Juckreizes (Pruritus)
Ablauf
Ärztliche Untersuchung und Medikamentenabgleich
Zunächst prüfen wir, ob die Kombinationstherapie für Ihren Befund geeignet ist und ob etwas dagegen spricht, etwa eine lichtempfindliche Erkrankung oder ein sehr heller, UV-empfindlicher Hauttyp. Besonderes Augenmerk gilt Ihren Medikamenten: Wie bei jeder Phototherapie achten wir auf lichtsensibilisierende, insbesondere phototoxische Präparate, weil sie die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Bitte bringen Sie deshalb eine Liste aller Mittel mit, die Sie einnehmen.
Festlegen und Steigern der Dosis
Die Bestrahlungsdosis legen wir ärztlich fest und steigern sie im Verlauf in regelmäßigen Abständen; Maßstab dafür ist die Reaktion Ihrer Haut.
Bestrahlung
Bestrahlt wird je nach Befund als Ganzkörper- oder als Teilbestrahlung. Eine Vorbehandlung mit einem Wirkstoff ist nicht erforderlich. Während jeder Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille; in der Ganzkörperkabine werden bei Männern die Genitalien abgedeckt.
Verlaufskontrolle
In regelmäßigen Abständen beurteilen wir Hautbefund und Verträglichkeit und passen die Dosis an. Nach Abschluss der Therapie empfehlen wir langfristig regelmäßige hautärztliche Kontrollen.
Weiterführende Seiten
Was Sie erwartet
- Die Bestrahlungsdosis wird ärztlich festgelegt und schrittweise gesteigert.
- Wie oft pro Woche und über welchen Zeitraum behandelt wird, richtet sich nach Befund und Verlauf. [PLATZHALTER: Übliche Behandlungsfrequenz und Gesamtdauer der UVA/UVB-Kombination in der Praxis angeben.]
- Es gibt keine Vorbehandlung mit Bad oder Creme; der Termin besteht aus der Bestrahlung selbst.
- Während jeder Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille.
- Ziel ist eine möglichst anhaltende Besserung; wie lange sie anhält, ist individuell verschieden und lässt sich nicht zusichern.
- Nach Abschluss empfehlen wir langfristig regelmäßige hautärztliche Kontrollen.
Risiken & Hinweise
- Bestimmte Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit, zum Beispiel einige Antibiotika, Blutdruck- oder Beruhigungsmittel und Johanniskraut. Auf lichtsensibilisierende, insbesondere phototoxische Medikamente achten wir wie bei jeder Phototherapie vor Beginn. Bitte informieren Sie uns über alle Mittel, die Sie einnehmen, und bevor Sie ein neues Medikament beginnen.
- Häufigste akute Nebenwirkung ist eine sonnenbrandähnliche Rötung; bei zu hoher Dosis sind stärkere Reaktionen möglich.
- UV-Therapien können langfristig das Hautkrebsrisiko erhöhen und die Haut vorzeitig altern lassen. Die Dosis wird daher ärztlich gesteuert und begrenzt.
- Nicht für alle geeignet: Bei bestimmten lichtempfindlichen Erkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, Porphyrie), erhöhtem Hautkrebsrisiko oder sehr hellem, UV-empfindlichem Hauttyp prüfen wir die Eignung vor Behandlungsbeginn.
- Tragen Sie vor der Behandlung keine Lichtschutzmittel oder parfümierten Kosmetika (Parfum, Seife, Rasierwasser) auf die Haut auf.
- Der Behandlungserfolg ist individuell verschieden und kann nicht garantiert werden. Die für Sie relevanten Risiken besprechen wir vorab persönlich.
Einordnung: UVB, UVA/UVB und PUVA
Die drei Verfahren unserer Lichttherapie unterscheiden sich im genutzten Spektrum und darin, ob ein lichtsensibilisierender Wirkstoff nötig ist:
- UVB-Therapie: nutzt allein den kurzwelligen Anteil zwischen 280 und 320 nm, als Schmalband-UVB begrenzt auf einen Bereich um 311 nm. Sie wird häufig bei Schuppenflechte eingesetzt.
- UVA/UVB-Kombination: bestrahlt mit beiden Anteilen des UV-Lichts. Sie hat sich bei Neurodermitis und bestimmten Formen des Juckreizes bewährt. Ein Wirkstoff wird nicht benötigt.
- PUVA (Photochemotherapie): Vorbehandlung mit einem Psoralen als Bad oder Creme, anschließend UVA-Bestrahlung. Dadurch besteht danach für mindestens vier Stunden eine erhöhte Lichtempfindlichkeit mit entsprechenden Verhaltensregeln.
Häufige Fragen
- Wann kommt die Kombination von UVA und UVB infrage?
- Kombinierte UVA- und UVB-Bestrahlungen haben sich bei der Neurodermitis und bei bestimmten Formen des Juckreizes bewährt. Ob sie für Sie geeignet ist oder ein anderes Verfahren besser passt, legen wir nach ärztlicher Untersuchung fest.
- Worin unterscheidet sich die Kombination von der PUVA?
- Bei der PUVA wird die Haut vor der UVA-Bestrahlung mit einem lichtsensibilisierenden Wirkstoff (Psoralen) vorbehandelt, als Bad oder als Creme. Bei der UVA/UVB-Kombination entfällt das; deshalb gibt es danach auch keine mehrstündige Lichtempfindlichkeit durch den Wirkstoff. Die allgemeinen Vorsichtsregeln jeder Phototherapie gelten weiterhin.
- Und der Unterschied zur reinen UVB-Therapie?
- Die UVB-Therapie nutzt nur den kurzwelligen Anteil und wird häufig bei Schuppenflechte eingesetzt. Die Kombination ergänzt den UVA-Anteil und hat sich bei Neurodermitis und bestimmten Formen des Juckreizes bewährt. Welches Verfahren für Sie passt, entscheiden wir nach dem Befund.
- Welche Medikamente muss ich melden?
- Alle, die Sie einnehmen, auch pflanzliche Mittel wie Johanniskraut. Besonders achten wir auf lichtsensibilisierende, insbesondere phototoxische Präparate, weil sie die Lichtempfindlichkeit der Haut erhöhen. Melden Sie sich bitte auch, bevor Sie ein neues Medikament beginnen.
- Wie lange hält die Besserung an?
- Der Langzeiteffekt dieser Behandlungsform scheint günstig zu sein; wie lange eine Besserung anhält, ist jedoch von Person zu Person verschieden. Eine Zusage können wir nicht geben. Nach Abschluss empfehlen wir regelmäßige hautärztliche Kontrollen.