UVB-Therapie (Teil- oder Ganzkörperbestrahlung)
Die UVB-Bestrahlung gehört bei der Schuppenflechte zu den etablierten Lichttherapien. Wir bestrahlen den ganzen Körper oder nur Hände und Füße; bei Bedarf wird die Behandlung mit äußerlich angewendeten Wirkstoffen oder mit Solebädern kombiniert.
Überblick
UVB ist der Anteil des ultravioletten Lichts, der kürzerwellig ist als UVA. Für die Behandlung von Hauterkrankungen wird das Spektrum zwischen 280 und 320 nm genutzt, als Bestrahlung des ganzen Körpers oder einzelner Körperregionen. Bestrahlungen mit Maxima bei 305 und 320 nm werden als selektive Phototherapie bezeichnet. Die Schmalspektrum-UVB-Therapie nutzt einen enger begrenzten Ausschnitt dieses Bereichs (üblicherweise um 311 nm); sie gehört bei der Schuppenflechte (Psoriasis) zu den etablierten Behandlungen.
In unserer Praxis stehen dafür Ganzkörper-Bestrahlungseinheiten und Geräte für die Bestrahlung von Händen und Füßen zur Verfügung. Behandelt wird in der Regel an drei oder fünf Tagen pro Woche. Die Dosis legen wir ärztlich fest und steigern sie von Sitzung zu Sitzung, angepasst an die Reaktion Ihrer Haut. Während der Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille.
Die UVB-Phototherapie lässt sich mit anderen Behandlungen kombinieren, um die Wirkung der Bestrahlung zu unterstützen. Infrage kommen äußerlich angewendete Wirkstoffe wie Dithranol und Calcipotriol sowie Solebäder. Die Solebäder führen wir als Balneophototherapie in unserer Badeabteilung durch; ob eine äußerliche Begleitbehandlung für Sie sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen. Näheres zur Badeabteilung und zur Kostenerstattung finden Sie auf der Seite Lichttherapie.
Anwendungsgebiete
- Schuppenflechte (Psoriasis), vor allem bei ausgedehntem Befall oder vielen Herden
- Neurodermitis (atopische Dermatitis), je nach Befund auch als UVA/UVB-Kombination
- Chronische Hand- und Fußekzeme, mit Geräten für die Bestrahlung von Händen und Füßen
- Sonnenallergien (z. B. polymorphe Lichtdermatose)
- Bestimmte Formen von hartnäckigem Juckreiz (Pruritus)
- Weitere entzündliche Hauterkrankungen nach ärztlicher Beurteilung
Ablauf
Untersuchung und Indikationsstellung
Zunächst prüfen wir, ob die UVB-Therapie für Ihre Erkrankung geeignet ist oder ob ein anderes Lichttherapie-Verfahren besser passt. Dabei fragen wir nach Vorerkrankungen, nach Ihrem Hauttyp und nach allen Medikamenten, die Sie einnehmen, weil einige Präparate die Lichtempfindlichkeit erhöhen.
Festlegen der Anfangsdosis
Die erste Bestrahlungsdosis legen wir ärztlich fest, unter anderem nach Ihrem Hauttyp. Von Sitzung zu Sitzung wird die Dosis schrittweise gesteigert; Maßstab dafür ist die Reaktion Ihrer Haut.
Die Bestrahlung
Je nach Befund bestrahlen wir den ganzen Körper in der Kabine oder nur Hände und Füße mit einem eigens dafür vorgesehenen Gerät. Während der Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille; in der Ganzkörperkabine werden bei Männern die Genitalien abgedeckt. Behandelt wird in der Regel an drei oder fünf Tagen pro Woche.
Kombination und Verlauf
Bei Bedarf ergänzen wir die Bestrahlung um eine äußerliche Behandlung, etwa mit Dithranol oder Calcipotriol, oder um ein Solebad, an das sich die Bestrahlung anschließt. Im Verlauf kontrollieren wir die Hautreaktion und passen die Dosis an. Nach Abschluss empfehlen wir langfristig regelmäßige hautärztliche Kontrollen.
Weiterführende Seiten
Was Sie erwartet
- Behandelt wird in der Regel an drei oder fünf Tagen pro Woche; die Dosis wird ärztlich festgelegt und schrittweise gesteigert.
- Die einzelne Sitzung ist kurz; die Behandlung findet ambulant in unserer Praxis statt.
- Während jeder Bestrahlung tragen Sie eine UV-Schutzbrille.
- Die Schuppenflechte ist anlagebedingt und durch die Bestrahlung nicht heilbar; behandelt werden die bestehenden Herde. Ein bestimmtes Ergebnis lässt sich nicht zusichern.
- Nach Abschluss der Serie empfehlen wir langfristig regelmäßige hautärztliche Kontrollen.
Risiken & Hinweise
- Häufigste akute Nebenwirkung ist eine sonnenbrandähnliche Rötung. Bei zu hoher Dosis sind stärkere Reaktionen bis hin zur Blasenbildung möglich.
- Die Haut kann während der Behandlungsserie trockener werden und jucken; eine rückfettende Pflege ist dann sinnvoll. In den bestrahlten Arealen tritt meist eine vorübergehende Bräunung auf, die sich nach Therapieende zurückbildet.
- UV-Therapien können langfristig das Hautkrebsrisiko erhöhen und die Haut vorzeitig altern lassen. Die Dosis wird deshalb ärztlich gesteuert und begrenzt; Ihr individuelles Risiko besprechen wir mit Ihnen.
- Nicht für jeden geeignet: Bei bestimmten lichtempfindlichen Erkrankungen (z. B. Lupus erythematodes, Porphyrie), erhöhtem Hautkrebsrisiko oder sehr hellem, UV-empfindlichem Hauttyp prüfen wir die Eignung vor Behandlungsbeginn.
- Bestimmte Medikamente (z. B. einige Antibiotika, Blutdruck- oder Beruhigungsmittel, Johanniskraut) erhöhen die Lichtempfindlichkeit. Bitte informieren Sie uns über alle Präparate, die Sie einnehmen, auch über neu verordnete.
- Tragen Sie vor der Bestrahlung keine Lichtschutzmittel oder parfümierten Kosmetika (Parfum, Seife, Rasierwasser) auf die Haut auf.
- Bei der Kombination mit äußerlichen Wirkstoffen sind Hautreizungen möglich. Wie Sie die Präparate anwenden, besprechen wir mit Ihnen.
Kombinationsbehandlungen
Die UVB-Phototherapie lässt sich mit weiteren Behandlungen kombinieren, um die Wirkung der Bestrahlung zu unterstützen. Infrage kommen:
- Dithranol: ein äußerlich angewendeter Wirkstoff, der bei Schuppenflechte auf die Herde aufgetragen wird.
- Calcipotriol: ein äußerlich angewendeter Wirkstoff, der ebenfalls bei Schuppenflechte auf die Herde aufgetragen wird.
- Solebäder (Balneophototherapie): ein Bad in Salzlösung mit anschließender Bestrahlung, das wir in unserer Badeabteilung durchführen. Angaben zur Kostenerstattung finden Sie auf der Seite Lichttherapie.
Bestrahlungskabine oder Excimer-Laser?
Für die UVB-Behandlung erkrankter Haut stehen in unserer Praxis zwei Wege offen. Welcher passt, entscheiden wir nach der Untersuchung:
- Ganzkörper- oder Teilkörperbestrahlung in der Kabine oder mit den Hand- und Fußgeräten: bei ausgedehntem Befall, vielen Herden oder chronischen Hand- und Fußekzemen.
- Excimer-Laser (308 nm): bei einzelnen, kleinflächigen Herden der Schuppenflechte, bei umschriebenen Vitiligo-Arealen und an Regionen, die eine Ganzkörperbestrahlung kaum erreicht, etwa Kopfhaut, Achselhöhlen oder Leisten. Das Licht trifft nur die erkrankte Haut; die gesunde Umgebung bleibt ausgespart.
Häufige Fragen
- Was unterscheidet die Schmalspektrum-UVB-Therapie von der selektiven Phototherapie?
- Beide arbeiten im UVB-Bereich zwischen 280 und 320 nm. Bei der selektiven Phototherapie liegen die Maxima des Lichts bei 305 und 320 nm; die Schmalspektrum-Therapie nutzt einen enger begrenzten Ausschnitt, üblicherweise um 311 nm. Sie gehört bei der Schuppenflechte zu den etablierten Behandlungen. Welches Verfahren für Sie passt, legen wir nach der Untersuchung fest.
- Wie oft und wie lange muss ich zur Bestrahlung kommen?
- In der Regel an drei oder fünf Tagen pro Woche. Wie viele Bestrahlungen nötig sind, richtet sich nach Befund und Verlauf. Die einzelne Sitzung ist kurz.
- Warum wird die Bestrahlung mit äußerlichen Wirkstoffen oder Solebädern kombiniert?
- Die Kombination soll die Wirkung der Bestrahlung unterstützen. Wirkstoffe wie Dithranol und Calcipotriol werden äußerlich auf die Herde aufgetragen, das Solebad geht der Bestrahlung voraus. Ob und welche Kombination für Sie sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen; die Solebäder (Balneophototherapie) führen wir in unserer Badeabteilung durch.
- Erhöht die UVB-Therapie das Hautkrebsrisiko?
- UV-Therapien können langfristig das Hautkrebsrisiko erhöhen. Die Dosis wird deshalb ärztlich gesteuert und begrenzt, bei Männern werden in der Kabine die Genitalien abgedeckt, und nach Abschluss der Serie empfehlen wir regelmäßige hautärztliche Kontrollen. Bei erhöhtem Hautkrebsrisiko oder sehr hellem Hauttyp prüfen wir die Eignung vorab.
- Kommt die UVB-Therapie auch bei Vitiligo infrage?
- Umschriebene Vitiligo-Areale behandeln wir mit dem Excimer-Laser, dessen Licht (308 nm) ebenfalls im UVB-Bereich liegt und nur die entfärbten Stellen trifft. Näheres dazu finden Sie auf der Seite Vitiligo.
- Worauf muss ich vor und während der Behandlung achten?
- Tragen Sie in der Kabine die UV-Schutzbrille und verzichten Sie vor der Bestrahlung auf Lichtschutzmittel und parfümierte Kosmetika. Sagen Sie uns Bescheid, bevor Sie neue Medikamente einnehmen, und meiden Sie während der Behandlungsserie zusätzliche Sonnenbäder und Solarium.